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Mitleben
Das war der frühere Text zu unserem Minikloster
Unsere Gemeinschaft heisst "Vivo", "Ich lebe". Wir sind eine Männergemeinschaft und richten uns weitgehend nach der Regel des Hl. Benedikt von Nursia. Wir sind also eine Art Benediktiner, jedoch bewusst ohne kirchenrechtlichen Status und ebenso ohne formale Anbindung an die Schweizer Benediktinerkongregation. Trotzdem (oder gerade deshalb?) sind wir mit vielen Benediktinern und einigen ihrer Klöster eng vernetzt. Zwei Benediktinerklöster liegen in der Nähe am weiterführenden Jakobsweg: Fischingen und Einsiedeln.
Die Gemeinschaft wuchs aus der Arbeit mit benachteiligten Menschen. Unzählige Begegnungen mit Jugendlichen, mit hiv-positiven Menschen, mit kulturell oder spirituell interessierten Personen und Ordensleuten führten 1994 zur Gründung. Damals lebten wir in einem kleinen Schloss im Tessin und nun, nach einer mehrjährigen Irrfahrt durch verschiedene Projekte, haben wir in Tobel dieses grosse Haus gefunden.
Unsere Vorstellung von Oekumene geht sehr weit. In der Folge hatten wir öfters Gemeinschaftsmitglieder aus anderen Religionen. Klösterliche Spiritualität gibt es in den meisten Kulturen. Sie ist verbindend und mit ihr lassen sich "weltlich-kirchliche" Barrieren und Denkmuster leicht überwinden.
Die Brüder der Gemeinschaft legen keine Ordensgelübde ab. Sie stossen für eine bestimmte Zeit zu uns und bringen ihre Erfahrungen mit. Mit den neu erworbenen Erfahrungen kehren sie danach in ihr vorheriges Leben zurück. Dieses Kommen und Gehen ist emotional und organisatorisch anspruchsvoll, sorgt aber für einen intensiven Lebenspuls. Mittelfristig sollte wieder eine Kerngruppe aus etwa drei länger verbleibenden Brüdern entstehen, damit wir diese Bewegungen besser abfedern können. Unsere Gruppe bestand bisher aus zwei bis sechs Mitgliedern und einem zahlenmässig ebenso wechselnden Umfeld. Derzeit leben wir hier nur zu zweit, während die Grösse des Umfeldes stabil blieb.
Wir sind keine Adresse für Weltflüchtige. Und wir brauchen hier Menschen die Gott suchen und keine die meinen, ihn gefunden zu haben. Viele Zweifler suchen tiefer und konsequenter als so mancher "Fromme".
Wer in unsere Gemeinschaft eintritt, muss damit rechnen, dass sich in ihm einige Abgründe auftun. Durch die Eingrenzungen des klösterlichen Lebens ist eine Freiheit erfahrbar, auf die uns das Leben kaum vorbereitet.
Neue Mitglieder müssen ein Mindestmass an innerer und äusserer Wachheit mitbringen. Dazu die Bereitschaft, sich an der Erarbeitung des Lebensunterhaltes zu beteiligen. Die religiöse (oder unreligiöse) Herkunft spielt keine Rolle und keiner wird "be-missioniert". Dennoch: Hier ein Blick in unsere kleine Kapelle.
Unsere Gemeinschaft ist eher für jüngere Männer geeignet. Aber keine Regel ohne Ausnahme.
Lexikon Orden, Klöster, Mönchtum
(Da und dort weicht unsere Auffassung in inhaltlichen Dingen von den dort gemachten Aussagen ab.)
Kontakt: e-mail oder (0041) 071 917 24 58